Digitale Gesundheitsanwendung bei Depression – als Teil der Behandlung
Selfapy® ist eine interaktive digitale Gesundheitsanwendung (dGA) für Patient:innen mit leichten bis mittelgradigen depressiven Episoden. Das strukturierte 90-Tage-Programm basiert auf wissenschaftlich fundierten, verhaltenspsychologischen Techniken und begleitet Patient:innen Schritt für Schritt im Alltag.
Klinisch geprüfte Wirksamkeit 43,3 % der Patient:innen erreichten ≥50 % Symptomreduktion nach 12 Wochen
CE-zertifiziertes Medizinprodukt
Geprüfte dGA, der Sie vertrauen können
Verordnung wie gewohnt
Selfapy® lässt sich wie ein Medikament verschreiben
Flexibel im Behandlungspfad einsetzbar
Zur Überbrückung, Begleitung und Rückfallprophylaxe
Digitale Unterstützung als sinnvolle Ergänzung im Versorgungsalltag
Lange Wartezeiten, begrenzte Therapieplätze und eine steigende Zahl Betroffener stellen das Gesundheitssystem vor grosse Herausforderungen. Gleichzeitig bleibt wertvolle Zeit bis zum Therapiebeginn oft ungenutzt.
Typische Hürden:
- Unterstützung während Wartezeiten auf einen Therapieplatz
- Ergänzend zu einer bestehenden Behandlung einsetzbar
- Kontinuierliche Begleitung zwischen Behandlungsterminen
- Selbstständige Nutzung durch Patient:innen
Selfapy® ermöglicht es, Patient:innen bereits vor oder zwischen Terminen aktiv zu unterstützen und in den Behandlungsprozess einzubinden.
Selfapy® schliesst Versorgungslücken durch digitale, evidenzbasierte Unterstützung.
Vorteile für Sie
- Vertrauensvolle digitale Gesundheitsanwendung mit nachgewiesener Wirksamkeit
- Unterstützung anbieten – auch wenn kein Therapieplatz verfügbar ist
- Patient:innen bleiben auch ausserhalb der Sprechstunde aktiv im Behandlungsprozess
- Verordnung wie gewohnt per Rezept ohne administrativen Mehraufwand für die Praxis
- Unter bestimmten Voraussetzungen vergütungsfähig über die Grundversicherung
Vorteile für Patient:innen
- Bereits während der Wartezeit aktiv werden
- Schritt für Schritt durch ein strukturiertes Programm begleitet werden
- Praktische Übungen für den Alltag statt rein theoretischer Inhalte
- Die eigene Erkrankung besser verstehen
- Flexibel im eigenen Tempo – jederzeit per Web oder App
Wann ist Selfapy® eine geeignete Behandlungsoption – und wer übernimmt die Kosten?
Selfapy® kann bei Erwachsenen mit einer leichten bis mittelgradigen Depression vom Arzt oder Ärztin verschrieben werden. Werden die Voraussetzungen für die Kostenübernahme erfüllt, übernimmt die Grundversicherung (OKP) die Kosten.
Um die Kostenabklärung und die weiteren administrativen Schritte kümmert sich Publicare.
Wie wird Selfapy® verordnet?
Voraussetzungen für die Verordnung:
- Diagnose: Initiale oder rezidivierende leichte bis mittelgradige depressive Episode
- Alter ≥ 18 Jahre
- Keine akute Suizidalität oder schwere Krankheitsverläufe
- Patient:in geeignet für selbständige Nutzung (Motivation, Stabilität, technischer Zugang)
- Einsetzbar während Wartezeiten und zwischen Behandlungsterminen
Hinweis: Die Therapieverantwortung verbleibt bei der behandelnden Fachperson.
Patient:in über Selfapy® informieren
Patienteninformation vom Rezept abtrennen & mitgeben
Trennen Sie die Patienteninformation vom unteren Teil des Rezept ab und geben Sie diese den Patient:innen mit.
Diese enthält alle relevanten Informationen für den Start.
Rezept ausfüllen, unterzeichnen & an die Abgabestelle übermitteln
Per Post, Fax oder E-Mai
Publicare übernimmt die weitere Abwicklung
Einreichung, Prüfung der Kostenübernahme und Abrechnung mit der Krankenkasse
Patient:in startet & benutzt die App selbständig
Der Freischaltcode zur Aktivierung der Anwendung wird per E-Mail von Publicare zugestellt.
Alles für die erfolgreiche Integration in Ihrer Praxis.
Patientenbroschüre zur Weitergabe
Geben Sie Ihren Patient:innen einen Überblick über Nutzen, Ablauf und Zugang zu Selfapy® – ideal fürs Arztgespräch.
Patientenbroschüre bestellenDer Rezeptblock enthält die notwendigen Angaben für die Verordnung sowie alle Informationen, die Patient:innen für die Kostenrückerstattung und die Aktivierung von Selfapy® benötigen.

Digitale Gesundheitsanwendungen (dGA) im Schweizer Versorgungsalltag
Digitale Gesundheitsanwendungen gewinnen auch in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Als zertifizierte Medizinprodukte verbinden sie wissenschaftlich geprüfte Ansätze mit einer einfachen digitalen Nutzung. Ärzt:innen können geeigneten Patient:innen damit eine zusätzliche, niederschwellige Unterstützung anbieten – ganz flexibel, ortsunabhängig und ergänzend zur bestehenden Behandlung.
Das erwartet Ihre Patient:innen in Selfapy®
Strukturiertes Lektionenprogramm
12 aufeinander abgestimmte Lektionen vermitteln evidenzbasierte Inhalte und unterstützen User:innen dabei, neue Strategien im Alltag zu integrieren. Der Kurs startet mit einer Einführung und Psychoedukation, behandelt Module wie Selbstwirksamkeit und persönliche Kraftquellen und endet mit dem “Rückfallkoffer”, dem Kapitel zur nachhaltigen Stabilisierung im Alltag.
Digitale Verlaufserfassung
Standardisierte Symptomfragebögen (z. B. PHQ‑9) ermöglichen eine regelmässige Erfassung des Verlaufs und unterstützen die Patientensicherheit.
Stimmungstagebuch
User:innen dokumentieren Stimmung, Aktivitäten und Erlebnisse direkt in der Anwendung und fördern so die Selbstbeobachtung.
Visualisierung von Zusammenhängen
Visualisierte Verläufe machen Zusammenhänge zwischen Stimmung, Aktivitäten und Symptomen sichtbar und unterstützen die Selbstreflexion.
Unterstützung, wenn Fragen entstehen
User:innen können sich direkt über die Anwendung an das Selfapy®-Psycholog:innen-Team wenden und erhalten Unterstützung bei der Nutzung sowie zu den Inhalten und Übungen.
Sicherheitsfunktionen
Ein integrierter SOS-Button ermöglicht den schnellen Zugriff auf lokale Notfallkontakte. Zusätzlich unterstützen automatische Sicherheitsmechanismen die Erkennung möglicher Risikosignale innerhalb der Anwendung.
Die Wirksamkeit von Selfapy® basiert auf wissenschaftlicher Evidenz.
Wir haben gemeinsam mit der Charité Berlin untersucht:
In einer randomisiert-kontrollierten Studie mit über 400 Teilnehmenden konnte gezeigt werden, dass Selfapy® depressive Symptome wirksam reduziert. Die Effekte waren klinisch relevant, unabhängig vom Umfang der therapeutischen Begleitung und auch im Follow-up weiterhin nachweisbar.

Signifikante Symptomreduktion
(p < 0.001)
Selfapy® reduzierte depressive Symptome signifikant stärker als keine Behandlung. Die Wirksamkeit wurde mit einer sehr grossen Effektstärke (Cohen's d = 1,47) nachgewiesen.¹


70,7 % erreichten eine klinisch relevante Verbesserung
Nach 12 Wochen erreichten 70,7 % der Teilnehmer:innen eine klinisch relevante Verbesserung der depressiven Symptomatik (BDI-II). Bereits nach sechs Wochen zeigte sich eine deutliche Symptomreduktion.¹
75,1 % schlossen die gesamte 12-wöchige Intervention ab
Die hohe Programmtreue zeigt, dass Selfapy® von den Teilnehmenden gut angenommen wurde und über die gesamte Programmdauer hinweg genutzt wurde.¹


Früher Wirkeintritt mit nachhaltigem Effekt
Bereits nach sechs Wochen zeigte sich eine deutliche Reduktion der depressiven Symptome (−26,3 %). Die positiven Therapieeffekte blieben auch drei Monate nach Abschluss der Intervention bestehen.¹
(1) Krämer R, Köhne-Volland L, Schumacher A, Köhler S. Efficacy ofa Web-Based Intervention for Depressive Disorders: Three-Arm Randomized ControlledTrial Comparing Guidedand Unguided Self-Help With Waitlist Control. JMIR Form Res. 2022 Apr 4;6(4):e34330. doi: 10.2196/34330. PMID: 35105536; PMCID: PMC9016501.
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Sie fragen sich vielleicht noch...
Selfapy® kann flexibel in verschiedene Phasen der Behandlung integriert werden.
Typische Einsatzsituationen
- Nach der Diagnosestellung: Selfapy® kann zur Überbrückung von Wartezeiten auf einen Therapieplatz eingesetzt werden und ermöglicht Patient:innen, bereits früh aktiv zu werden
- Zwischen Behandlungsterminen: Selfapy® kann ergänzend zu einer bestehenden Behandlung eingesetzt werden und unterstützt Patient:innen dabei, das Gelernte zwischen den Konsultationen im Alltag anzuwenden
Selfapy® erfüllt die MiGeL‑Kriterien (Position 40.01.01.00.1.) und seit dem 01.07.2026 erstattungsfähig über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP). Die Vergütung für Selfapy® erfolgt einmalig über die Nutzungsdauer des Programms von 90 Tagen über eine zentrale Abgabestelle (Publicare) direkt mit der Krankenkasse.
Der Höchstvergütungsbetrag für Selfapy® beträgt CHF 193.32. Bitte informieren Sie Patient:innen vor der Verordnung darüber, dass die Vergütung von den geltenden Voraussetzungen abhängt und bei einer Ablehnung der Kostenübernahme eine Selbstzahlung erforderlich sein kann.
Voraussetzungen für eine Kostenübernahme:
- Patient:in ist mindestens 18 Jahre alt
- Es liegt eine initiale oder rezidivierende leichte bis mittelgradige depressive Episode vor
- Die Anwendung kann eigenständig genutzt werden
- Es bestehen keine akute Suizidalität, keine schwere depressive Episode, keine psychotischen Störungen und keine Substanzabhängigkeit
- Die Verordnung erfolgt durch eine berechtigte Fachperson gemäss den geltenden Vorgaben
- Indikationsstellung und Aufklärung des Patienten
- Verordnung und Einreichung des Rezepts bei der Abgabestelle für eine Vergütung durch die Krankenkasse
- Gesamtverantwortung für die Behandlung bleibt beim Arzt
Patient:innen erhalten Zugang zu einem 12‑wöchigen digitalen Programm mit 12 aufeinander aufbauenden Lektionen.
Die Lektionen behandeln unter anderem:
- Depression verstehen
- Ressourcenaktivierung
- Aktivitätsaufbau
- Umgang mit automatischen Gedanken
- Selbstwert und Selbstwirksamkeit
- Gefühle und Bedürfnisse
- Achtsamkeit
- Soziale Kompetenzen
- Rückfallprävention
Zwischen den Lektionen bearbeiten Patient:innen Übungen, Reflexionsaufgaben und Fragebögen zur Verlaufskontrolle. Das Programm umfasst zudem Tagebuchfunktionen, Audioübungen und praktische Transferaufgaben für den Alltag.
Patient:innen bearbeiten die Inhalte in ihrem eigenen Tempo. Die Lektionen werden nacheinander freigeschaltet, es ist jedoch nicht erforderlich, eine Lektion pro Woche abzuschliessen.
Es gibt eine Kursübersicht, welche Sie sich hier herunterladen und ausdrucken können.